Kreditfinanzierter Aktienkauf – sinnvoll oder nicht?

Kreditfinanzierter AktienkaufKreditfinanzierter Aktienkauf – sinnvoll oder nicht? Die Welt hat es vor noch nicht all zu langer Zeit schon einmal erlebt, dass sich Verbraucher, die eigentlich keinen Plan von der Börse hatten, verschuldeten, um Aktien zu erwerben. Die Rede ist vom Hype in den Jahren 1998 und 1999, als zweistellige Kursgewinne pro Tag im Bereich der High-Tech und Bio-Tech Aktien an der Tagesordnung waren. Wer am Tag nicht mindestens ein Plus von 15 Prozent verbuchte, war ein Looser. Ab März 2000 standen plötzlich wieder Bausparverträge im Fokus der Anleger – die Tech-Blase war mit lautem Knall geplatzt, konservative Investments wurden gesucht. Mancher Anleger sass auf wertlosen Aktien und einem Kredit, der noch getilgt werden musste.

Kreditfinanzierter Aktienkauf – wenn, dann kurzfristig

Die Börsen kennen seit den zwanziger Jahren nur einen Weg, den nach oben. Trotz aller Rückschläge folgte jedem Einbruch irgendwann ein neues Allzeithoch. Wer antizyklisch einstieg, konnte interessante Gewinne verbuchen. Dennoch bleibt das Risiko, dass es auch zu Kursrückgängen kommt, von denen sich der Markt erst wieder erholen muss. Ein Darlehen mit einer Laufzeit von 60 Monaten aufzunehmen, um damit Aktien zu kaufen, macht wenig Sinn. Die Rendite aus dem Aktienkauf sollte mindestens die Kosten für den Kredit decken, andernfalls ist es ein Zuschussgeschäft. Die Dividenden reichen in der Regel nicht aus, liegen sie im Mittel bei 2,5 bis drei Prozent auf den Kaufpreis. Die Kreditzinsen übersteigen diesen Betrag schnell. Wenn ein Aktienkauf auf Kredit erfolgt, dann sollte es sich dabei um ein extrem kurzes Darlehen handeln, eventuell über einen Rahmenkredit.

Nicht alle Banken sind begeistert, wenn der Kunde Aktien mit einem Kredit finanzieren will. Wer dies jedoch unbedingt umsetzen will, ist möglicherweise gezwungen, sich an einen Kreditvermittler zu wenden. Spezielle Portale beantworten in diesem Zusammenhang die Frage „wie kann man einen seriösen Kreditvermittler erkennen?“

Aktien für die Altersvorsorge ja – mit Kredit nein

Es ist unstrittig, dass sich Aktien hervorragend eignen, um damit Altersvorsorge zu betreiben. Neben Kurssteigerungen und Dividenden bieten sie als Sachwerte auch noch einen entsprechenden Inflationsschutz. Die einfachste Variante für den Aktienerwerb stellen Fonds dar. Neben den klassischen, aktiv gemanagten Fonds haben sich inzwischen auch Indexfonds etabliert. Diese bilden einen bestimmten Index eins zu eins nach, das Fondsmanagement wird nur aktiv, wenn es zu einer Veränderung im Index selbst kommt. Damit entfällt die sonst recht hohe Managementgebühr zugunsten einer marginalen Gebühr. Da Indexfonds an der Börse gehandelt werden, fällt auch kein Ausgabeaufschlag an. Der Aufbau einer Altersvorsorge mittels Indexfonds kann noch weiter optimiert werden, wenn sich der Anleger für ein kostenloses Depot entscheidet und der Broker bei Sparplänen auf die Courtage verzichtet.

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Aktualisiert von admin am 7. September 2016