In Immobilien investieren

In Immobilien investieren: Welchen Beitrag leistet Crowdinvesting zur Altersvorsorge?

In Immobilien investierenWer eine größere Summe Geld anlegen möchte, hat es derzeit nicht leicht: klassische Kapitalanlagen wie Fest- oder Tagesgeld werfen kaum noch Zinsen ab, das Sparbuch hat ohnehin ausgedient. Die Verzinsung fällt so gering aus, dass nicht einmal ein Inflationsausgleich stattfindet. Nicht ohne Grund ist häufiger von einer schleichenden Enteignung der Sparer die Rede. Besonders problematisch ist die aktuelle Niedrigzinsphase für die private Altersvorsorge. Wer heute eine Kapitallebensversicherung abschließt, erhält zumeist nur noch 0,9 Prozent Garantiezins – und selbst hierbei ist fraglich, ob die Lebensversicherer bei einem noch länger andauernden derartigen Zinsniveau diese Zahlungen überhaupt leisten können. Ist die Kapitalanlage in Crowdinvesting eine Alternative?

Die Problematik der niedrigen Zinsen

Experten sind sich einig: Wer den Niedrigzinsen entgehen möchte, muss in Sachwerte investieren. Darunter fallen neben Aktien auch Immobilien oder sonstige Wertanlagen; selbst Oldtimer scheinen geeignet, um das eigene Vermögen abzusichern. Die Gründe liegen auf der Hand, bei sämtlichen Sachwerten ist die Wertentwicklung an den Unternehmenserfolg bzw. an die Nachfrage gekoppelt; im Umkehrschluss findet also eine Entkopplung vom übrigen Kapitalmarkt statt – was den Sparer nur recht sein kann. Immobilien haben dabei zumindest hierzulande einen guten Ruf, aufgrund des Gegenwertes gelten die Anlagen als sicher. Insbesondere beliebte Innenstadtlagen haben seit Jahren einen hohen Wertzuwachs zu verzeichnen. Problematisch für Sparer ist allerdings, dass das Wissen und die Bereitschaft zur Geldanlage in Immobilien nicht ausreichen. Abgesehen von einer kleineren Eigentumswohnung war es bisher nur indirekt über Fonds möglich, in Immobilien zu investieren. Die Problematik bei Immobilienfonds liegt darin, dass eine konkrete Auswahl der Immobilienprojekte von den Banken vorgenommen wird. Die Kreditinstitute sind es übrigens auch, die von der Rendite am stärksten profitieren.

Was zeichnet Crowdinvesting aus?

Hier könnte das sogenannte Crowdinvesting neue Möglichkeiten eröffnen. Prinzipiell geht es dabei darum, dass sich eine Vielzahl von kleinen Investoren zusammenschließt, um mit höheren Kapitalbeträgen auch größere Projekte zu stemmen. Das bekanntere Crowdfunding setzt auf dasselbe Prinzip, anders als beim Crowdinvesting steht aber nicht die Rendite im Vordergrund. Beim Crowdfunding geht es vor allem darum, dass ein bestimmtes Projekt überhaupt realisiert wird. Das Crowdinvesting macht den Geldgeber in gewisser Weise zu einem Unternehmens- oder Immobilienmiteigentümer – selbst wenn beispielsweise nur 500 Euro investiert wurden.

Die Vorzüge des Crowdinvesting

Die Vorzüge des Crowdinvestings in Immobilien liegen zum einen darin, dass der Investor selbst bestimmen kann, wie das eigene Kapital investiert wird. Zum anderen erlauben Online-Portale eine schlanke und günstige Abwicklung, was die Rendite weiter steigert. Der Anbieter legt zudem offen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls ist. Durch diese Kategorisierung können interessierte Anleger auch ohne fachmännischen Beistand beurteilen, ob es sich um eine gute Investition zur Altersvorsorge handelt. Zu guter Letzt besteht ein Vorzug auch darin, dass ein wenig Idealismus auch mit eingebracht werden kann. Durch die Förderung eines bestimmten Immobilienprojektes kann womöglich eine Sanierung in der eigenen Heimatstadt vorangetrieben werden. Außerdem werden keine hohen Beträge notwendig, schon wenige 100 Euro reichen üblicherweise aus.

Experten raten zu Streuung der Finanzprodukte

Fachleute raten allerdings zu einer breiten Streuung der Anlageprodukte. Konkret bedeutet dies, dass es keinesfalls ratsam ist, ausschließlich per Crowdinvesting Bauvorhaben zu finanzieren. Die besondere Problematik besteht auch darin, dass es sich umso genannte Nachrangdarlehen handelt. Kommt es also zu einer Insolvenz des Bauträgers, dürfte eine Rückzahlung der Darlehen in weite Ferne rücken. Die Absicherung des Kapitals fällt so gering aus, dass die Banken diese Nachrangdarlehen gar als Eigenkapital akzeptieren. Es ist also in jedem Fall sinnvoll, wenn das per Crowdinvesting vergebene Kapital auch durchaus verzichtbar erscheint. Neben Immobilien kann übrigens auch in Umweltprojekte oder Start-ups investiert werden. Die Frage, ob eine Altersabsicherung per Crowdinvesting sinnvoll ist, kann also aufgrund des Risikos eines Totalverlustes eindeutig verneint werden. Es könnte allerdings durchaus sinnvoll sein, Teilbeträge auch mit diesem größeren Risiko anzulegen. Genauso einig sind sich Experten nämlich darüber, dass die Verknüpfung von finanzieller Absicherung und Vermögensaufbau keinesfalls zu empfehlen ist – die klassische Kapitallebensversicherung nützte bisher vor allem Bankberatern und Versicherungsvertretern.

Crowdinvesting als sinnvolle Ergänzung nutzen

Am Ende muss also konstatiert werden, dass die Wahl der richtigen Altersvorsorge in diesen Tagen schwerer fällt als vor einigen Jahren oder Jahrzehnten. Festverzinste Kapitalmarktprodukte gelten als sicher, die Verzinsung ist allerdings sehr gering. Die Investition in Sachwerte birgt immer ein gewisses Risiko: Bei Aktien droht der Absturz, der Goldpreis kann ebenso sinken und bei der Investition in Immobilien per Crowdinvesting besteht das Risiko einer Insolvenz. Aufgrund der höheren Renditen – die meisten bei der Crowdinvesting-Plattform Exporo.de gelisteten Projekte verzinsen das Kapital mit rund 5 Prozent – kann es durchaus sinnvoll sein, zumindest ein Teil des eigenen Kapitals auch mit hohem Risiko zu investieren. Abmildern lässt sich dieses Verlustrisiko, indem erfolgsversprechende Projekte ausgewählt werden. Denn trotz aller theoretischen Risiken: Das Crowdinvesting konnte in den vergangenen Jahren auch in Deutschland beachtliche Erfolge feiern: Die kürzlich von crowdinvest.de veröffentlichten Marktzahlen für 2016 weisen einen Gesamtbetrag von 63,8 Millionen Euro allein in Deutschland aus. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr beträgt damit satte 39 Prozent – Grund genug, auch zukünftig auf die Schwarmfinanzierung zu setzen.

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Aktualisiert von admin am 27. Juni 2017