Dread-Disease-Versicherung – Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Dread-Disease-Versicherung - Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?Dread-Disease-Versicherung – Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung? Vorab sei angemerkt, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) immer noch die beste und allumfassendste Absicherung für den Fall einer gesundheitsbedingten Berufsunfähigkeit ist. Jedoch greift die BU bei bestimmten Krankheitsbildern nicht. So beispielsweise, wenn der Interessierte zuvor an einer psychologischen oder psychotherapeutischen Beratung teilgenommen haben sollte oder gerade teilnimmt. Auch führen bestimmte Vorerkrankungen manchmal zu Leistungsausschlüssen und -abschlägen oder verhindern gar den gesamten Vertragsabschluss.

Wer also derartige Ausschlussklauseln oder Leistungsabschläge in seiner BU zu Recht befürchtet oder aufgrund seiner gesundheitlichen Historie gar keine abschließen kann, für den käme eventuell eine Dread-Disease-Versicherung in Frage – und sei es nur als Ergänzung.

Bei der auch „Schwere Krankheiten-Versicherung“ benannten Dread-Disease-Versicherung wird das ganz konkrete Risiko gegen schwere Krankheiten wie etwa Krebs, Parkinson oder Leberleiden versichert. Auch die Folgen von Unfällen, einem Todesfall sowie Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit oder Herzkrankheiten lassen sich – je nach Versicherungsunternehmen – mit einer Dread-Disease-Versicherung abdecken. Risikobeurteilungen und -ausschlüsse wie bei der BU finden bei der Dread-Disease-Versicherung nicht statt.

Das Konzept der Dread-Disease-Versicherung

Anders als bei der diesbezüglich weitaus umfassenderen BU sind hier psychisch bedingte Krankheiten sowie Skelett-Erkrankungen wie etwa chronische Rückenbeschwerden nicht versicherbar. Davon mal abgesehen erscheint eine Dread-Disease-Versicherung insbesondere bei gesundheitsrelevanten, familiären Vorbelastungen sinnvoll, etwa wenn in der eigenen Familie bereits zahlreiche Krebserkankungen auftraten.

Laut Angaben des Marktführers Canada Life wurden in durchschnittlich zwei Drittel aller Fälle Leistungen wegen Krebs in Anspruch genommen, gefolgt von Multipler Sklerose mit neun Prozent und Herzinfarkt/Schlaganfall mit sechs respektive fünf Prozent. Im Schadensfall erhält der Betroffene statt einer monatlichen Rente eine einmalige und nicht zweckgebundene Versicherungssumme. Diese ist für Privatpersonen in Deutschland steuerfrei und kann völlig unabhängig von dessen tatsächlichen gesundheitlichen Einschränkungen eingefordert werden.

Es bleibt also einzig dem Betroffenen überlassen, ob er etwa damit Einkommensausfälle abdecken, sein Zuhause krankheitsgerecht umbauen oder medizinische Zusatzkosten bezahlen möchte. Und anders als bei der allumfassenden BU, wo die Frage der Arbeitsunfähigkeit als Voraussetzung der Leistungsgewährung nicht selten in jahrelangen, zermürbenden Prozessen juristisch geklärt werden muss, führt der vertraglich festgeschriebene und ganz klar definierte Leistungsfall bei der Dread-Disease-Versicherung in aller Regel auch zu einer sehr schnellen und unbürokratischen Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme.

Anbieter und Beitragshöhe

Dieser, aus den USA stammende Versicherungstyp, ist hierzulande erst seit 1993 erlaubt und weithin unbekannt. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass er mangels genauerer gesetzlicher Vorgaben oftmals unter einem anderen Namen oder auch nur als Bestandteil eines umfassenderen Versicherungspakets angeboten wird.

Neben Marktführer Canada Life wird sie derzeit in unterschiedlichster Ausprägung von der Gothaer, der Allianz, Skandi, der Bayerischen Versicherung sowie der Swiss Life offeriert. Dies teils unter etwas irreführenden Namen wie etwa „Schwere-Krankheiten-Vorsorge“ oder „Keyman-Police“. Allerdings unterliegt dieser Markt einem starken Wandel: während die einen Unternehmen diesen Versicherungstyp bereits anbietet oder zeitnah vorhat, verzichten andere Versicherer darauf, verstecken sie in speziellen Multi-Risk-Versicherungspaketen oder streichen sie wieder aus ihrem Programm. Interessierte sollten sich daher als Allererstes bei ihrer Hausversicherung danach erkundigen.

Die Beitragshöhe hängt dabei nicht nur entscheidend von den inkludierten Schadenstypen, sondern auch vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Dort sind nicht nur die Karenzzeiten höchst unterschiedlich, sondern auch die zu entrichtenden Beiträge, die teilweise sogar fondgebunden sind. In diesen Fällen korrespondiert der Beitragssatz mit dem Wert des jeweiligen Investmentfonds. Dies kann sowohl Beitragserhöhungen als auch Guthabenauszahlungen zur Folge haben. Da aber eine Dread-Disease-Versicherung gemeinhin für einen sehr langen Zeitraum abgeschlossen wird, sollte man sich auch vorab über die Liquidität des jeweiligen Versicherungsunternehmens informieren. Diesbezüglich schnitten fondgebundene Versicherer wie die Gothaer oder die Canada Life bei den Ratingagenturen mit guten bis sehr guten Werten (A bis A+) ab.

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Aktualisiert von admin am 7. Januar 2016