Anlageformen bei Niedrigzinspolitik: Möglichkeiten und Rendite

Anlageformen bei NiedrigzinspolitikBildquelle: pixabay.com

Anzeige – Anlageformen bei Niedrigzinspolitik: Möglichkeiten und Rendite. Auch nach der geringen Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed bleiben die Zinsen der EZB vorerst auf niedrigem Niveau. Sparer und Anleger können schon seit Jahren nicht mehr auf klassische Anlagen wie Sparbücher, Festgeld oder Tagesgeld setzen, da deren Zinsen kaum mehr inflationsausgleichend sind. Dies wirft die Frage auf, welche Anlagemöglichkeiten noch renditestark sind beziehungsweise sogar von den niedrigen Zinsen profitieren. Von Anleihen über Aktien bis zu Mischfonds finden sich zahlreiche interessante Möglichkeiten.

Der Anleihenmarkt und seine Renditeaussichten

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die insbesondere von Staaten oder Unternehmen herausgegeben werden. Ziel der Herausgeber oder Emittenten von Anleihen ist die Aufnahme von Fremdkapital. Anleiheninhaber sind demnach Gläubiger, die einen Kredit vergeben. Im Gegenzug erhalten sie einen festen Zins. Das Risiko dieser Anlageform ist abhängig von der Bonität des Emittenten. Diese Kreditwürdigkeit ist ein Risikofaktor, der von Ratingagenturen in Form von Bewertungen ermittelt wird. Hierbei gelten Anleihen mit einem Rating von AAA oder mit einem Investment-Grade als die sichersten. Zu berücksichtigen bleibt aber, dass auch die Einschätzung von Rating-Agenturen keine hundertprozentige Sicherheit über die Zahlungsfähigkeit der Schuldner geben kann. Grundsätzlich gilt jedoch: solange die Herausgeber solvent sind, profitieren Anleger mit Anleihen von einer planbaren Rendite.

Zudem gibt es einen Zusammenhang zwischen tatsächlicher oder eingeschätzter Zahlungsfähigkeit auf der einen und der Rendite auf der anderen Seite. Im Allgemeinen sind riskanter eingestufte Anleihen höher verzinst als Anleihen mit Top-Ratings. Unter den verschiedenen Varianten der Anleihen sind Unternehmens- und Staatsanleihen die häufigsten. Staatsanleihen werden von öffentlichen Körperschaften herausgegeben. Unter Staatsanleihen gelten die Anleihen der größten Industrienationen als am sichersten, haben jedoch auch die geringere Verzinsung. Bei Anleihen von Schwellenländern wird von einem höheren Zahlungsausfallrisiko ausgegangen, weswegen die Verzinsung eine deutlich höhere ist.

Aktien und ihre Dividenden

Aktieninvestments sind auch für Anleger mit regelmäßigen Renditeerwartungen interessant, wenn es sich um Papiere mit hoher Dividende handelt. Dividenden sind Gewinnanteile, die von Emittenten an die Anleger ausgeschüttet werden. Damit werden Aktionäre am Unternehmenserfolg beteiligt. Als Verhältnis aus der Stückdividende und dem gegenwärtigen Kurs ergibt sich die Dividendenrendite. Auch viele DAX-notierte Unternehmensaktien haben eine ansehnliche Dividendenrendite, die höher ausfällt als die aktueller Festgeldverzinsungen. Hierbei gilt es jedoch die Risiken des Aktienhandels im Blick zu behalten. Viele Kurse sind sehr volatil und es gibt bei jedem Titel Phasen, in denen sich der Kurs über lange Zeiträume nach unten bewegt. Von Crashs sind Aktienwerte besonders betroffen. Auf sehr langfristige Sicht zeigen die meisten Werte jedoch eine steigende Tendenz. Der Handel mit Aktien erfordert Kenntnis der herausgebenden Unternehmen und deren Geschäftsentwicklung. Ebenso sollten Anleger über sämtliche weiteren Aspekte Bescheid wissen, die für den Kursverlauf von Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem volkswirtschaftliche und politische Entwicklungen sowie Entscheidungen der Zentralbanken. Anleger, die nicht die genaue Geschäftsentwicklung der Unternehmen verfolgen möchten, können auch im Rahmen von Fonds den Schwerpunkt auf dividendenstarke Aktienpapiere legen.

Investment-Fonds und Mischfonds

Bei Fondspapieren kümmern sich Fondsmanager um ein Portfolio aus unterschiedlichen Anlage- und Risikoklassen, um das Risiko zu verteilen. Multi-Asset-Fonds oder Mischfonds sind eine Investitionsmöglichkeit, die auf verschiedene Asset-Klassen setzt, etwa auf Aktien oder Rohstoffe. Ebenso gibt es Fonds, die auf Anleihen verschiedener Staaten oder Unternehmen setzen. Ziel dieser Streuung von Anlageprodukten ist es, die Risiken der verschiedenen Produkte abzumildern und ihre Schwankungen auszugleichen.

Viele Kreditinstitute bieten die Möglichkeit von Fondssparplänen. Hierbei werden in bestimmten zeitlichen Abständen, etwa monatlich, kleinere Summen investiert. Auf diese Weise müssen Anleger keine großen Beträge auf einmal investieren. Die schrittweise Einzahlung verhindert auch, dass im Falle einer Fehleinschätzung der Entwicklung der Werte gleich zu viel Geld investiert wurde.

Immobilien-Investment

Eine Geldanlage in Wohneigentum gilt als relativ sicheres Investment auch für risikoscheue Anleger. Gerade in Deutschland ist die Investition in Immobilien ein beliebter Eckpfeiler des Vermögensaufbaus. Als Anlageform zeigen Immobilien aktuell eine durchschnittlich höhere Rendite als etwa Staatsanleihen.

Erfolg beim Immobilien-Investment setzt allerdings eine gute Kenntnis des Marktes und seiner Einflussfaktoren heraus. Etwa muss die Lage von Immobilien gut eingeschätzt werden können, besonders, wenn es sich um Geschäftsgebäude oder Büros handelt. Zudem ist die Konjunkturabhängigkeit der Mieteinnahmen ein zu berücksichtigender Faktor.

Eine Möglichkeit des Immobilien-Investments findet sich auch in Fonds. Immobilien-Fonds berücksichtigen meist eine breitere Risiko-Streuung und setzen auf verschiedene Lagen und Nutzungsformen. Ein Vorteil der Fonds findet sich auch darin, dass nicht die Investitionskosten für eine gesamte Immobilie anfallen, sondern Beteiligungen schon mit geringerem Kapitaleinsatz möglich sind.

Versicherungen als Anlageform

Neben klassischen Altersvorsorge-Versicherungen gibt es die Versicherungsform der fondsgebundenen Rentenversicherung. Diese stellt eine Kombination einer Investmentfonds-Geldanlage und einer Rentenversicherung dar. Bei dieser Anlageform gibt es keinen Garantiezins und Anleger tragen das Kursrisiko. Hierbei werden über einen festgelegten Zeitraum von mehreren Jahren monatlich Beiträge in die Versicherung eingezahlt. Diese Beiträge werden teilweise in Investmentfonds investiert. Hierbei haben Versicherungsnehmer relativ freie Handhabe über die Auswahl des Portfolios an unterschiedlichen Fondsarten, etwa Aktienfonds oder Immobilienfonds, die je nach Risikoklasse ausgewählt werden. Am Ende des Vertrages kommt es zur Auflösung des Fondsvermögens unter Berücksichtigung des Tageskurses. In Abhängigkeit des Kurses kann die Rente höher oder niedriger ausfallen, ist jedoch bis zum Lebensende garantiert.

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Aktualisiert von admin am 18. April 2017